Elias

Geschrieben von: Sonja Müller-Eisold / Der Westen-Kultur / 12.03.2009

Das Konzerthaus Musikverein führt "Elias" auf
Felix Mendelssohn-Bartholdy hat nicht nur Bachs „Matthäus-Passion“ aus dem Staub der Vergessenheit befreit, er hat die Barockmusik wieder in die Erinnerung gebracht. Und er hat in Nachfolge von Händels großen Oratorien selbst Werke dieser Gattung geschaffen.
Es ist erfreulich, dass im Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag des Komponisten nun viele seiner Werke gespielt werden, nachdem in Deutschland während der Naziherrschaft diese Musik verpönt war.
Der Dortmunder Musikverein bot jetzt eine hervorragende Aufführung des Oratoriums „Elias“, der aus dem Alten Testament gewonnenen Geschichte des Propheten, der gegen den Baal-Kult für Jawhe, den einen Gott, streitet. Granville Walker hatte seinen Philharmonischen Chor ausgezeichnet präpariert. Er sang wundervoll ausbalanciert, klangstark, differenziert, mit überzeugender musikalischer Artikulation. Ließ sich von der dramatischen Kraft und der lyrischen Schönheit der unterschiedlichen Sätze mitreißen und gestaltete ihren Charakter mit unerhörter Plastik.
Die Dortmunder Philharmoniker setzten sich mit ebenso viel Energie ein und trugen Chor und Solisten mit Vollklang, blühenden Solopassagen und Klangschmelz. Und dazu traten Gesangssolisten von hohem Format. Thomas Laske sang die Partie des Elias imponierend mit ausdrucksstarkem Bass, von zupackender Dramatik und zugleich auch lyrischer Qualität. Dominik Wortig gewann durch seinen wohllautenden Tenor die Sympathie der Hörer. Bezaubernd weich führte Maria Radner ihren schönen Alt, und Francisca Devos brachte eine strahlende Sopranstimme ein. In kleineren Beiträgen gewinnend auch Martina Hönes und Astrid Henning.
Gebannt von der Musik, die auf ganz eigene Weise melodischen Ideenreichtum, Klanggröße, dankbare solistische Aufgaben und dramatische Kraft verbindet, genossen die Hörer ein würdiges, packendes Gedenken an den genialen Komponisten.





Bastien und Bastienne

Geschrieben von: www.opernnetz.de

Geschickte Verknüpfung
Eine Zusammenarbeit zwischen Schauspiel Essen und Aalto-Musiktheater – das liegt zwar nahe, war aber dennoch lange Zeit kein Thema. Mit der Aufführung von Mozarts Kinderoper „Bastien und Bastienne“ öffneten die beiden zuständigen Intendanten Anselm Weber und Stefan Soltesz nun endlich die Tür für eine gemeinsame Arbeit, die in weiteren Koproduktionen münden soll.
Verantwortlich für die Produktion ist ein aus jungen Nachwuchskräften bestehendes Leitungsteam. Dabei macht Carsten Kirchmeier in seiner ersten Regiearbeit am Essener Theater deutlich, worauf es ihm ankommt: Mit einer eigenen Dialogfassung verpasst er der ziemlich banalen Ursprungshandlung einen zeit- und vor allem kindgemäßen Rahmen. Die Geschichte über das Liebespaar Bastien und Bastienne, das durch den Zauberer Colas auf den rechten Weg geführt wird, nutzt Kirchmeier quasi als Spiegelbild zur Haupterzählung. Aus Colas wird die Zauberlehrerin Frau Saloc, aus Bastien und Bastienne werden Abra und Kadabra. Dabei verknüpft Kirchmeier die beiden Linien geschickt zu einer einheitlich geschlossenen Geschichte.
Bühnenbildner Thorsten Macht baut für die Bastien-Handlung ein mit plakativen Farben versehenes Puppenzimmer, das gleichzeitig als Spielort für Abras und Kadrabas Neckereien dient. Dass beide Handlungsstränge auch optisch unterschieden werden können, ist vor allem Silke Rekorts detailfreudig gestalteten Kostümen zu verdanken. Überzeugen kann auch das junge Schauspieler- und Sängerensemble: Francisca Devos (Bastienne), Andreas Hermann (Bastien) und Diogenes Randes (Colas) vermitteln unter der musikalischen Leitung von Bendix Dethleffsen einen anrührenden Klang des 12-jährigen Mozart. Ein kleines Kammerensemble der Essener Philharmoniker begleitet sie dabei kompetent, soweit es unter den schwierigen akustischen Bedingungen in der Casa eben möglich ist. Für Begeisterung bei den vielen Kindern im Publikum sorgen schließlich die spielfreudig agierenden Sarah Viktoria Frick (Frau Saloc), Sierk Radzei (Abra) und Katja Heinrich (Kadabra).
Das Publikum in der kleinen Casa applaudiert am Ende begeistert, zeigt aber während der Aufführung nur verhaltene Reaktionen.